GASTON BIOGRAPHIE

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Gaston Häni: Beruf Clown
(1951-2023)


Ein Leben zwischen Wohnwagen und Sägemehl. Gaston Häni, geboren als Circus-Kind, wuchs in diversen Circus-Wagen in Frankreich und Spanien auf und lernte sein Metier von der Pike auf. Schon mit vier Jahren machte er mit seinen Artisteneltern die ersten "Manegen-Gehversuche" im Circus Americano in Spanien; er durfte die Requisiten in die Manege bringen. Gaston besuchte die Schule in Zürich und Winterthur und mit 14 tourte er mit seiner Mutter Carola und Stiefvater Johnny Landheer mit der Hauseigenen Arena “Orealis”.

Mit 17 trat Gaston mit seiner Mutter und Schwester im Circus Nock und Circus Royal auf und mit 21 wurde er beim Circus Knie als Reprisen-Clown engagiert. Mit 25 begann seine grosse Circus-Karriere erst richtig! Gaston machte mit Rolf Knie jun., Charles Knie und Mario Cort (Partner von Pio Nock) die ersten grossen Clown-Entrées. Die Sommersaisons von 1976 bis 1984 verbrachte Gaston als beliebter Hausclown beim Circus Knie und erlangte dadurch nicht nur nationale Berühmtheit, sondern überzeugte bei den Wintergastspielen in den grossen europäischen Metropolen auch das ausländische Publikum. Mit der Clown-Entrée “Der Boxkampf”, die er erstmals auf der Knie-Tournée 1977 spielte (dokumentiert im Film “Circus Blues” von Oliver M. Meyer), wurde Gaston mit Rolf Knie jun. ans Circus-Festival von Monte Carlo eingeladen und wurde von Fürst Rainer ausgezeichnet. 1973 lernte Gaston auf der Knie-Tournee seine Frau Agnes Kereki, Artistin einer ungarischen Artistengruppe, kennen. Bald kamen die drei Kinder Natascha und Gaston jun. und etwas später Michael zur Welt und hielten schon bald den ganzen Circus in Atem.

Nach seiner Zeit beim Circus Knie reiste er ab 1983 drei Jahre lang mit der Theaterproduktion “Wir machen Spass” unter der Regie von Jiri Menzel mit Rolf Knie, Pipo und Valentina in ganz Europa. Der Schritt vom Circus auf die Bühne war notwendig, da Gaston und seine Manegen-Partner Rolf Knie jun. und Weissclown Pipo Ermüdungserscheinungen plagten: “Seit 11 Jahren stand ich als Clown und Kaskadeur in der Manege, zusammen mit Rolf und Pipo. Wir machten Slapsticks, Blödeleien und manchmal Humor mit dem Holzhammer. Das Publikum hatte seine helle Freude daran, wurde aber immer übersättigter und erwartete immer mehr von uns. So gerieten wir unter enormen Leistungsdruck und dieser psychologische Druck führte unweigerlich dazu, dass die Motivation wegblieb.” Sich selbst wiederzufinden war das dringende Gebot, und so fällten Gaston und seine Clownpartner die mutige Entscheidung, den Circus zu verlassen.

Es folgten TV-Filme wie “Hotel” und “Die Grafen”. Beim Fernsehwettbewerb “Goldene Rose von Montreux” wurde “Hotel” mit dem Spezialpreis für die lustigste Sendung ausgezeichnet. Kinofilme wie “Babes in Toyland” von Clive Donner 1986 (USA) und “Die Schokoladen-Schnüffler” von Jiri Menzel 1986 (CH) folgten. Schliesslich gab Gaston nach einer kreativen Pause das Circus-Comeback beim Circus Fliegenpilz 1992. Bis zu seiner Abschieds-Tournee 2015 mit dem heute leider aufgelösten Wander-Circus Nock arbeitete Gaston beim Circus Roncalli in Deutschland, Nationalcircus Louis Knie in Österreich und beim Circus Royal und beim Circus Conelli, wo er lebenslanges Gastrecht geniesst. Beim internationalen Circusfestival in Val-d’Oise, Dumont bei Paris, erhielt Gaston 2017 den “Lifetime Achievement Award.”
Nach einer schweren Erkrankung starb Gaston Häni am 20. Dezember 2023.


Im August 2024 hatte der Kino-Dokumentarfilm »Gaston - Last Clown Standing« am Open-Air-Kino Arbon seine Weltpremiere.
The Show Must Go On!